Wie werden die Überwärmungstherapien durchgeführt?

Ganzkörper-Hyperthermie, Fiebertherapie und die Kombination von beiden führen wir ambulant in den Räumen unserer Praxis durch.

Wir bitten Sie, 3 weiße Laken und 3 weiße Handtücher mitzubringen. Für nach der Behandlung brauchen Sie außerdem warme Kleider einschließlich Kapuze oder Mütze und Schal, in denen Sie auch schwitzen dürfen. 

Lernen Sie sich zunächst kennen, indem Sie nach der ersten Sitzung keine festen Termine vereinbaren. Denn, wie beim Sport, sind manche Menschen sind nach der Hyperthermie sehr erschöpft, andere dagegen gar nicht. Sie sollten nach der Behandlung nicht sofort Duschen, sondern erst nach frühestens einer Stunde, wenn Sie wieder zuhause sind. 

Nach einem gründlichen Aufnahme-Gespräch unter Hinzuziehung Ihrer medizinischen Vorbefunde und körperlicher Untersuchung führen wir die erste Ganzkörper-Hyperthermie-Sitzung sehr moderat durch. Sie haben so die Möglichkeit, alles kennen zu lernen, Vertrauen zu schöpfen und sich ganz langsam an eine Erhöhung Ihrer Körpertemperatur zu gewöhnen

Dabei liegen Sie ohne Kleider, von einem weißen Laken bedeckt, auf einer Wärme-Liege und werden, ähnlich wie in einem Brutkasten, von Wärmelampen bestrahlt. Eine flexible reflektierende Decke ist mit Abstand zu Ihrem Körper um Sie herum aufgespannt, liegt also nicht auf, und schützt Sie vor Wärmeverlust. Ihr Kopf kann dabei wahlweise herausschauen oder integriert sein. 

Eine rektale Wärmesonde und ein Pulsmesser sind per Kabel mit unserem Monitor verbunden, so dass wir diese Werte zu Ihrer Sicherheit fortlaufend aufzeichnen und überwachen können.

Die Erwärmungsphase dauert etwa zwei bis drei Stunden. Danach werden Sie in die zuvor körperfern aufgespannte Decke eingehüllt, um in diesem Wärmestau noch mindestens eine weitere Stunde, besser mehrere Stunden, zu verweilen. 

Wenn Ihre Temperatur wieder auf etwa 37,5 ° heruntergekühlt ist, können Sie wieder aufstehen und sich warm ankleiden. Zur Kreislaufschonung sollten Sie frühestens nach einer weiteren Stunde Duschen, also wenn Sie wieder zuhause sind. An diesem Tag sollten Sie noch so viel wie möglich trinken!

Schon beim zweiten mal kann zur Ganzkörper-Hyperthermie, in der Sie passiv erwärmt werden, auch eine Injektion mit Pyrogenen gegeben werden, die sie veranlasst, aktiv Fieber zu entwickeln. Pyrogene sind Fiebererzeuger. Sie können zum Beispiel aus Mistelextrakten oder Autolysaten von Bakterien (Coley-Vakzinen) bestehen. Pyrogene können intramuskulär, intravenös oder gegebenenfalls auch peri- oder intratumoral injiziert werden. 

Mithilfe von Pyrogenen steigt die Körperthemperatur oft schneller und leichter an und wird oft länger gehalten. Dies ist insofern wünschenswert, als der therapeutische Effekt der Hyperthermie dadurch erheblich gesteigert werden kann. 

 

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